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Laufstreckengeheimnisse Teil 22: Altrömische Straßenkarte
 
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22.10.2012 

 

Auf dem Roncalliplatz, der Südseite vom Kölner Dom, befinden sich rechtwinklig angeordnete Linien. Beim Köln-Marathon sollte man diesen jedoch nicht folgen.

Verwirrende Linienführung auf dem Roncalliplatz
 
Beim RheinEnergie Marathon Köln, einer der größten Marathon in Deutschland, führt die Laufstrecke am Kölner-Dom (offizieller Name: Hohe Domkirche St. Petrus) vorbei. Andächtig schauen viele Läuferinnen
   
 
   
und Läufer dabei hinauf zum Himmel, um das 157,38 Meter hohe Weltkulturerbe im Ganzen wahrzunehmen. Wenn man etwas zur Geschichte Kölns mitnehmen möchte, lohnt sich aber auch ein Blick auf den Boden. Hier befinden sich Linienführungen auf dem Roncalliplatz, der Südseite der Kathedrale, die allesamt im rechten Winkel angeordnet sind. Aber beim Marathon hat man da sicherlich keinen Blick hierfür, zumal sich das Gesamtgebilde auch eher aus der Höhe erfassen lässt. Aber vielleicht ist es Ihnen ja bisher noch gar nicht aufgefallen, oder haben dies flüchtig gar als moderne Kunst eingestuft.
 
Bei den Linien handelt es sich um Straßenachsen aus der römischen Zeit, sowie Häuserfundamente, allesamt rechteckig oder quadratisch. Daraus ergibt sich ein Bild aus unterschiedlichen Linien, die sich Nord-Süd oder West-Ost aneinander kreuzen. Doch wie kommt es dann zu den Überlappungen mancher Linien? Ganz genau darf man diese "Zeichnung" dann nicht nehmen. Der Entwurfsverfasser zur Bepflasterung hat die Ausgrabungen (1969-1971) zum Vorbild genommen und dies zu einer Idee zusammengefasst und daraus ein neues Bild geschaffen. Es handelt sich dabei genau genommen um eine künstlerische Interpretation der rechtwinklig angeordneten Ausgrabungsfundamente. Die gestrichelte Linie hingegen darf man als Gegeben sehen. Sie markieren ganz genau die damalige Lage der Straßen.
 






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Autor und Copyright: Detlev Ackermann, Laufen-in-Koeln